Kastenfenster sind spezielle Fenster. Diese Fensterart wurde konstruiert, um für ein Höchstmaß an Schallschutz zu sorgen. Mittlerweile hat sich diese Fensterspezialkonstruktion seit über 100 Jahren bewährt. Kastenfenster gelten als architektonisches und handwerkliches Kulturerbe. Wenn es um die Sanierung und Restauration von historischen Gebäuden geht, werden häufig Kastenfenster eingesetzt, um der ursprüngliche Fassadenansicht Rechnung zu tragen. Die Formenvielfalt ist eine Omage an die geschichtliche Fensterbauerzunft.
Kastenfenster bestehen aus zwei voneinander getrennten Einfachfenstern, die einen gemeinsamen Blendrahmen besitzen. Der überdurchschnittlich große Abstand der beiden Einfachfenster(meist zwischen 10 und 20cm) ist signifikantes Konstruktionsmerkmal eines Kastenfenster.
Beide Fensterflügel sind voneinander unabhängig und besitzen getrennte Verschlussmöglichkeiten.
Durch die doppelte Verglasung der Kastenfenster wird eine gute Wärme- und Schallschutzdämmung erreicht. Durch die zirkulierende Luft im Zwischenraum der Kastenfenster wird zu jeder Tag- und Jahreszeit ein wohlfühlendes Klima im Innenraum geschaffen.
Durch den Einbau von separaten Fensteröffnungen (z.B. Öffnungsflügel) direkt in die Rahmenkonstruktion entstehen neue Lüftungsmöglichkeiten. Der Schutz vor Witterung (Regen, Schnee) und Einbruch ist weiterhin gegeben.
Trotz ihres betagten Alters, sprechen die Funktionseigenschaften und die Ästhetik der Kastenfenster für ihre Erhaltung. So werden bei Gebäuderestaurierungen, Kastenfenster als Vorgabe zum Denkmalschutz von behördlicher Seite gefordert. Kastenfenster gelten zudem als architektonisches Stilmittel. Mit der Entwicklung neuer Fenstertechniken und einem altbewährten Bauprinzip, werden Kastenfenster an die heutigen Schallschutzwerte und Sicherheitsaspekte angepasst, um den modernen Anforderungen standzuhalten.
